Irgertsheim verändert sich… Chancen für eine nachhaltige Entwicklung

Wer von Pettenhofen aus Richtung Irgertsheim fährt sieht es besonders deutlich. Irgertsheim entwickelt sich. Im Norden unseres Stadtteils hat sich innerhalb weniger Jahre ein neues Viertel entwickelt, das für bis zu 200 Menschen ausgelegt ist. Wohn- und vor allem Lebensraum für junge Menschen und Familien, die das Leben in der ländlichen Umgebung schätzen und zugleich die infrastrukturellen Vorteile der Großstadt Ingolstadt nutzen wollen. Dazu gehören eine Anbindung an das Busnetz der INVG im 30-Minuten-Takt, die Versorgung mit Ferngas und Glasfaserinternet, eine Kindertagesstätte sowie eine Grundschule vor Ort. Welches andere Dorf mit nicht einmal 1000 Einwohnern kann so viele Einrichtungen der Daseinsvorsorge vorweisen?

Das Baugebiet "Am Kirchberg". Ein Dorf verändert sich.

Das Baugebiet „Am Kirchberg“. Ein Dorf verändert sich.

Sicher gibt es in Irgertsheim auch Defizite. Diese werden am augenscheinlichsten, wenn man auf die Situation der Nahversorgung blickt. So gibt es seit über drei Jahren keinen Lebensmittelhändler mehr im Ort. Seit Januar sind auch die Bankfilialen der Sparkasse sowie der Raiffeisenbank in Irgertsheim Geschichte. Dieser Aspekt der Stadtteilentwicklung ist unglücklich – in der Tat! Doch er ist schlichtweg einem marktwirtschaftlichen Prinzip geschuldet. In diesem Zusammenhang von Politikversagen zu sprechen ist unfair und einseitig. Die Kommunalpolitik bzw. die Stadtverwaltung kann hier nur Rahmenbedingungen schaffen. So versucht die Stadtplanung seit einem Jahr, im Irgertsheimer Süden einen Nahversorger anzusiedeln. Jegliche Verhandlungen sind freilich ergebnisoffen. Doch es tut sich etwas.

Unsere aktuelle "Dorfmitte". Veränderungen sind hier von einer breiten Mehrheit gewünscht.

Unsere aktuelle „Dorfmitte“. Veränderungen sind hier von einer breiten Mehrheit gewünscht.

Mühsam und anstrengend wird es allerdings, wenn jegliche Veränderung als Bedrohung oder gar Angriff auf die dörfliche Integrität gewertet wird. Niemals war die Bürgerbeteiligung so hoch angesiedelt wie heute. Gleichzeitig wurden Projekte zu keiner Zeit mit so harten und Bandagen und persönlichen Angriffen bekämpft. Interessanterweise werden nahezu alle Projekte von einer breiten – wenn auch oft leisen – Mehrheit unterstützt. Genau das zeigen die eben genannten Bürgerbeteiligungen in aller Deutlichkeit. Veränderungen sind eine Chance, sie bringen den Ort weiter und sind im Idealfall auch nachhaltig angelegt. So wird eine Ortsstraße nicht ausgebaut und saniert, weil Verwaltung und Politik nichts Besseres zu tun haben. Vielmehr muss unsere Generation trotz aktueller Belastungen (z. B. Ausbaubeiträge) einsehen, dass sich die technischen und rechtlichen Bedingungen in den letzten Jahrzehnten massiv verändert haben. Waren „Buckelpisten“ und marode Kanäle vor einiger Zeit noch „Standard“, sind sie heute mit einem ehrlichen Blick auf Fragen der Sicherheit und des Umweltschutzes untragbar. Jede Verzögerung ginge hier auf Kosten der nächsten Generation.

Wirklich erhaltenswert? Wohl kaum...

Wirklich erhaltenswert? Wohl kaum…

Ähnliches gilt auch für eine Ortsmitte. Ein Ort lebt und atmet auch durch seine ästhetische Erscheinung. Er braucht eine Mitte, die sich im wahrsten Sinne des Wortes „sehen lassen“ kann. Hier bieten die seit knapp zwei Jahren laufenden Bestrebungen zur Erneuerung der Dorfmitte im Bereich der Dreiländerstraße eine große Chance, Irgertsheim ein neues Gesicht zu geben. Weg vom Betongrau und zusammengewürfelter Ortsmöblierung hin zu einem offenen, für Fußgänger wie vorbeifahrenden Passanten angelegten Platz in der Dorfmitte – dort, wo er hingehört! Dies alles bekommen wir zu Bedingungen, die angesichts der gegenwärtigen Haushaltslage vertretbar und politisch darstellbar sind. Auch das gehört zu einem Prinzip der Nachhaltigkeit. Wer andere – bis zu fünf mal teurere! – Lösungen fordert und alle Kompromisse ablehnt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er auch an die kommenden Generationen denkt. So sind die gesparten Finanzmittel in besseren Zeiten etwa in einer Generalsanierung der Grundschule weit sinnvoller angelegt. Veränderungen sind kein Selbstzweck. Sie sind notwendig, wenn sie der jetzigen und zukünftigen Bevölkerung dienen. Ohne Kompromissbereitschaft geht es allerdings in keinem Fall. Ich persönlich freue mich über die große Mehrheit der Irgertsheimerinnen und Irgertsheimer, die den zukünftigen Entwicklungen offen, konstruktiv und mit Vorfreude entgegenblicken. Vielen Dank hierfür!

Eine nachhaltige Stadtteilentwicklung kommt nicht nur unserer gegenwärtigen Generation zugute!

Eine nachhaltige Stadtteilentwicklung kommt nicht nur unserer gegenwärtigen Generation zugute!

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