Herzliche Einladung zur Adventsstimmung!

Heuer gibt es in der Irgertsheimer Vorweihnachtszeit eine echte Premiere – nämlich eine von engagierten Bürgerinnen und Bürgern veranstaltete Adventsfeier. Die „Irgertsheimer Adventsstimmung“ in der Alten Schule steht unter dem Motto „Engel“.

Geboten wird ein besinnliches Programm, das von Geschichten und Musik geprägt ist. Darüber hinaus gibt es einen Adventsbasar.

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Die Besucher können vor Ort auch freiwillig für einen gemeinnützigen Zweck spenden und somit Gutes tun. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Herzliche Einladung!

 

Weihnachtstheater für den guten Zweck

Zur Adventszeit waren sie der Höhepunkt zahlreicher Weihnachtsfeiern – die neu formierte Theatergruppe mit dem Arbeitstitel „Flutschfinger“. Die jungen Frauen und Männer führten im vergangenen Jahr die einst von Gertraud Waldenberger („Waldenberger Theaterstadl“) eingeführte Tradition des Weihnachtstheaters in Irgertsheim fort. Heute spendeten sie den Erlös ihrer Kunst der Alten Schule sowie dem Förderverein der Grundschule Irgertsheim.

Kirchenpfleger Karl Wibmer (links) und Fördervereinsvorsitzender Alexander Bayerle (2. v. rechts) zusammen mit den Theaterspielern (v. links: Magdalena Wibmer, Veronika Scholl, Dennis Scholl, Michael Högerle, Benjamin Borger, Claus Heigl und Maximilian Heilmeier; nicht auf dem Bild: Christian Liepold und Thomas Haas)

Kirchenpfleger Karl Wibmer (links) und Fördervereinsvorsitzender Alexander Bayerle (2. v. rechts) zusammen mit den Theaterspielern (v. links: Magdalena Wibmer, Veronika Scholl, Dennis Scholl, Michael Högerle, Benjamin Borger, Claus Heigl und Maximilian Heilmeier; nicht auf dem Bild: Christian Liepold und Thomas Haas)

Die Übergabe der symbolischen Schecks fand zuhause bei Kirchenpfleger Karl Wibmer statt, der es sich zusammen mit seiner Frau Katharina und Tochter Magdalena nicht nehmen ließ, die Theatergruppe mit einer zünftigen Brotzeit zu bewirten. Und diese war mehr als verdient. Denn die Spende konnte sich sehen lassen. 225 Euro gingen an die Kirchenstiftung Irgertsheim, die mit das Geld in den Erhalt der Alten Schule investiert. Den zweiten Teil der Spende, ebenfalls 225 Euro, erhielt der Förderverein der Grundschule Irgertsheim, dem ich seit seiner Gründung vorstehen darf.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank und ein herzliches Vergelt’s Gott an die Theatergruppe „Flutschfinger“ für ihr Engagement und ihre Spendenbereitschaft zum Wohle unseres Stadtteils. Wir freuen uns bereits jetzt darauf, wenn sie auch heuer wieder das Publikum mit einer neuen Inszenierung begeistern.

Die Alte Schule Irgertsheim. Oder: Warum ein Dorf sein Denkmal erhalten muss. Ein Plädoyer.

In der Denkmalliste der Stadt Ingolstadt gibt es zum Ortsteil Irgertsheim einen eher unscheinbaren – ja nahezu nüchternen! – Eintrag, den ich an dieser Stelle wie folgt zitieren darf: „Lichtgutgasse 1. Ehem. Schul- und Lehrerwohnhaus, Anlage aus zweigeschossigem Hauptbau mit steilem Walmdach, erdgeschossigem Schulsaal-Anbau unter weit herabgezogenem Satteldach und quer angschlossenem Nebengebäude, erbaut 1908-10 im barockisierenden Heimatstil nach Plänen von Karl Bauer-Ulm. Fl.Nr. 33/3 [Gemarkung Irgertsheim].“

Die Alte Schule Irgertsheim (Foto: D. Wittmann)

Die Alte Schule Irgertsheim (Foto: D. Wittmann)

Hinter dieser Beschreibung verbirgt sich ein Gebäude, das die meisten Irgertsheimerinnen und Irgertsheimer seit jeher kennen: Die Alte Schule – „d’Schui“. Als Volksschule war sie bis ins Jahr 1966 Teil einer örtlichen Bildungsgeschichte, die man bis in das Jahr 1633 zurückverfolgen kann. Zudem war sie das erste eigens für Bildungszwecke errichtete Gebäude in Irgertsheim. Zuvor waren meist die Mesner in ihren Privathäusern für die Bildung und Erziehung der Kinder zuständig. Nach Eröffnung der neuen Grundschule an der Fröbelstraße vor 50 Jahren wurde es zunächst ruhig um das alte Schulgebäude. Die Gemeinde Irgertsheim nutzte es zwar noch bis zur Gebietsreform als Kanzlei. Doch ein nachhaltiges Nutzungskonzept war zu dieser Zeit noch nicht vorhanden. Erst im Jahr 1984 wurde die Schule – auch gegen viele Widerstände – generalsaniert und den örtlichen Vereinen zur Verfügung gestellt. So wurde gewährleistet, dass der zweifellos schönste Profanbau Irgertsheims der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Ein Glücksfall!

Nun sind über 30 Jahre vergangen. Diese Zeit ging auch an der „Schui“ nicht spurlos vorbei. An allen Ecken und Enden merkt man ihr die Jahrzehnte seit dem letzten Umbau an. Auch die unter anderem durch veraltete Nachtspeicherheizungen bedingten Unterhaltskosten sind, vorsichtig ausgedrückt, anachronistisch. Dennoch wird die Schule bis heute rege genutzt. Der Frauenbund kümmert sich rührend um den Erhalt des Gebäudes und auch die Landjugend sowie (noch) die freiwillige Feuerwehr sorgen ganzjährig für reges Leben an der Lichtgutgasse.

Die Alte Schule ist eben nicht irgendein Zweckbau, den man von heute auf morgen regungs- und emotionslos ersetzen könnte. Sie ist ein lebendiges Stück Dorf- und Sozialgeschichte. Generationen von Irgertsheimer Schülerinnen und Schülern ermöglichte sie, einen individuellen Bildungs- und Lebensweg zu beschreiten. Aus ihrem Schulsaal gingen findige Unternehmer, verantwortungsvolle Mütter und Väter, weitsichtige Politiker und viele andere wundervolle Frauen und Männer hervor, die aus Irgertsheim herausholten bzw. -holen, was unseren Ort auszeichnet: Hohe Lebensqualität, gesunder Wohlstand und ein Miteinander der Bürgerinnen und Bürger.

Die Schule der Neuzeit ist eine gemeinsame (!) Einrichtung von Staat und Gesellschaft. Sie ist daher per se eine öffentliche Angelegenheit. Als solche kann man sie auch nach ihrer aktiven Nutzungszeit als Schule nicht einfach aus dem kollektiven Gedächtnis, geschweige denn aus der Geschichte eines Orts, tilgen. Sie ist ein Erbe. Und wie mit jedem Erbe sind mit ihr auch Pflichten verbunden. Unsere konkrete Pflicht als Dorfgemeinschaft ist es, das Erbe zu bewahren und uns eben auch zu diesem zu bekennen. Es mag in einer Zeit von Perfektionismus, Selbst- und Kostenoptimierung sowie dem unerschütterlichen Glauben an einen mehr oder minder abstrakten Fortschritt ein wenig romantisierend oder gar naiv klingen: Ein großes und geschichtsträchtiges Wahrzeichen für die Öffentlichkeit zu erhalten ist eine lohnende Angelegenheit – auch wenn sie zunächst wider jeder Vernunft erscheinen mag. Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken. Irgertsheim ohne seine Alte Schule ist für mich persönlich nicht denkbar. Lassen Sie uns nicht vergessen, wo wir herkommen…