Projekte für die Bürger (von den Bürgern…)

Wer sich derzeit zu Fuß, mit dem Fahrrad oder gar mit dem Auto durch Irgertsheim bewegt, wird eines feststellen müssen: Ein Durchkommen ist derzeit nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Der wesentliche Grund hierfür ist allerdings, trotz so manchen Ärgers, durch und durch positiv.

Der Stadtteil Irgertsheim erlebt derzeit nämlich einen Ausbau seiner Infrastruktur, wie man ihn in den letzten Jahrzehnten kaum gesehen hat. Daher möchte ich heute, repräsentativ für viele weitere Maßnahmen, drei Projekte vorstellen.

Die neue Dorfmitte:

Die neue Irgertsheimer Dorfmitte entsteht an der Kreuzung Dreiländer-/Erchanstraße

An der Hauptstraße des Orts, der Dreiländerstraße, entsteht derzeit die neue Dorfmitte. Dieses Projekt begleitet mich seit meinem Amtsantritt im Jahr 2014. Nach ersten Absprachen mit der Stadtplanung fanden noch im selben Jahr mehrere Bürgerbeteiligungen statt. Dabei konnten die Irgertsheimer Bürgerinnen und Bürger Wünsche hinsichtlich Standort, Gestaltung und Nutzung der neuen Dorfmitte äußern. Und sie nahmen die Gelegenheiten wahr. Es wurde angeregt und leidenschaftlich diskutiert und um Lösungen gerungen. Am Ende steht nun ein 100.000-Euro-Projekt, das unsere Dorfmitte hinsichtlich Ästhetik, Aufenthaltsqualität und Funktionalität deutlich aufwertet.
Mein persönlicher Dank geht an dieser Stelle an das Stadtratsmitglied Herrn Hans Achhammer, den BZA-Vorsitzenden Herrn Hans-Jürgen Binner und an Stadtbaurätin Frau Renate Preßlein-Lehle, die das „Projekt Dorfmitte“ von Beginn an tatkräftig unterstützt haben.

Gasversorgung Irgertsheim-West:

An der Raiffeisenstraße beginnen die Bauarbeiten für die Gaserschließung

Der Irgertsheimer Westen war vor etwa 25 Jahren das, was heute unser Baugebiet „Am Kirchberg“ im Norden des Stadtteils darstellt – ein Bereich hohen Wachstums und Zuzugs. Doch das Neubaugebiet von einst ist inzwischen auch in die Jahre gekommen. Daher benötigen viele Häuser dort neue, zeitgemäße und vor allem emissionsarme Heizungsanlagen. Unter den fossilen Brennstoffen gilt gerade das Erdgas als vergleichsweise saubere und kostengünstige Alternative zu Öl. Die Stadtwerke Ingolstadt sind ein bedeutender Anbieter von Ferngaslösungen in der Region 10. Daher regten Anwohner des Irgertsheimer Westens an, auch ihr Gebiet mit entsprechenden Leitungen der SWI zu versorgen. Nach fast drei Jahren Vorlaufzeit, die vor allem für die Planung und Akquise aufgebracht werden musste, ist es nun soweit. Die Bagger rollen an und beginnen mit der Verlegung neuer Ferngasleitungen. Somit besteht für die Anwohner rund um die Maximilian-Kolbe-Straße eine Planungssicherheit in Bezug auf die Sanierung ihrer Heizungsanlagen.

Stützpunktfeuerwehr Ingolstadt-West:

Die neue Stützpunktfeuerwehr Ingolstadt-West. Rechts daneben findet der Ausbau der Erchanstraße statt

An der Erchanstraße gibt es an der Einfahrt zur Staatsstraße 2214 ein neues Wahrzeichen. Ein markanter Bau, rot, kubisch und groß dimensioniert. Was für viele Autofahrer entlang der Staatsstraße zunächst ein gewisses Rätseln hervorrief, ist nun dank einer großen Tafel an der Gebäudefassade verdeutlicht: Es handelt sich um die neue Stützpunktfeuerwehr Ingolstadt-West. Sie ist ein Zusammenschluss der aktiven Feuerwehren Irgertsheim, Pettenhofen und Mühlhausen und stellt somit einen wichtigen Eckpfeiler im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes der Großstadt Ingolstadt dar. Die Stadt investierte in das Gebäude samt neuem HLF10-Löschfahrzeug über eineinhalb Millionen Euro. Dazu kommen noch Eigeneleistungen der Feuerwehr in einem sechsstelligen Eurobereich. Weitere finanzielle Mittel schoss der Bezirksausschuss West aus dem Bürgerhaushalt zu. Mit hochmodernem Gerät und hervorragend ausgebildeten Feuerwehrleuten sorgt der „Stützpunkt West“ bereits heute für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger – und zwar noch vor Eintreffen der hauptamtlichen Kräfte der Berufsfeuerwehr. Die offizielle Eröffnung der Feuerwehr findet am 28. Mai mit einem Tag der offenen Tür statt.

Warum Vandalismus kein Kavaliersdelikt ist…

Aus aktuellem Anlass möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte zum Thema Vandalismus verlieren. Leider vergeht in letzter Zeit kaum eine Woche in unserem Stadtteil, an dem keine Sachbeschädigung an öffentlichem Eigentum stattfindet. Hier wird der Schaltkasten einer Ampelanlage mit Farbe besprüht, dort wird der sich daneben befindliche Druckschalter der Fußgängerampel durch einen Kick per Fuß weg geschlagen bzw. schwer beschädigt. Andernorts werden Baustellenschilder entwendet, Umleitungsbeschilderungen umgedreht oder umgelegt und Baustellenlampen zur Absicherung während der Dunkelheit in der Baugrube versenkt. Die Liste könnte noch weiter fortgeführt werden.

Viele spielen diese Taten als Ausdrücke eines infantilen Verhaltens herunter. Ich persönlich empfinde diese schlichtweg als kriminell. Erst recht, da diese meiner Meinung nach nicht selten von erwachsenen und – dem Papier nach – mündigen Personen begangen werden. Manch einer sieht darin gar einen vermeintlich „originellen“ Protest gegen Baumaßnahmen und den damit einhergehenden Einschränkungen o. ä. Wer meint, dass er mit Sachbeschädigungen dem Stadtteil einen Dienst erweist, der täuscht sich. Gerade das Umlegen von Schildern oder die Entfernung von Warnleuchten stellen eine massive Sicherheitsgefährdung dar. Wer bei diesen Taten erwischt wird, muss daher neben den privatrechtlichen Folgen (Schadensersatz usw.) auch die strafrechtlichen Konsequenzen tragen.

Symbolbild: Am Boden liegender Hammer

Symbolbild: Am Boden liegender Hammer

Alles in allem bleibt daher festzuhalten, dass jede/-r die Möglichkeit hat, sich bei entsprechenden Veranstaltungen zu Projekten und Baumaßnahmen zu äußern. Wer vernünftige Argumente hat und bei deren Vortrag seine gute Kinderstube nicht vergisst, wird auch gehört und ernst genommen. Andernfalls erscheint es auch manchmal als lohnend, sich in jeder Hinsicht zurückzuhalten und so manche temporäre Einschränkung einfach zu akzeptierten.

In Zeiten eines von Sparmaßnahmen geprägten Haushalts darf kein vernünftiger Bürger tatenlos zusehen, wie öffentliches Eigentum beschädigt wird – erst recht nicht, wenn damit eine Sicherheitsgefährdung verbunden ist. Die Kommunalpolitik kämpft nicht um jeden Euro, damit eine Minderheit von Personen diese Bemühungen im wahrsten Wortsinn mit Füßen tritt. Der Verlierer ist dabei am Ende immer der Bürger…

Licht und Schatten zum Jahresabschluss… oder: Gedanken zum Advent

Liebe Irgertsheimerinnen und Irgertsheimer,
sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu und wir alle bereiten uns in der Adventszeit auf das bevorstehende Weihnachtsfest vor. Grund genug, auch in diesem Jahr wieder ein wenig zurückzublicken. 2015 war aus Sicht unserer Dorfgemeinschaft sicher ein Jahr der gemischten Gefühle. Neben vielen schönen Momenten gab es auch Entwicklungen, die weniger erfreulich erscheinen.

Schatten…
Zu den unerfreulichen Seiten des Jahres 2015 gehört zweifelsohne die zunehmende Verrohung politischer und gesellschaftlicher Debatten. Diese Entwicklung verfolge ich nun seit geraumer Zeit und sie spitzt sich meiner Meinung nach immer mehr zu. Einzelmeinungen werden nicht selten verabsolutiert und (politische) Projekte werden von manchen Menschen entweder grundsätzlich in Frage gestellt, von vornherein vehement abgelehnt oder gar offensiv bekämpft. Dazu kommt der Umstand, politischem Handeln mit einem derartigen Argwohn zu begegnen, der einem in seiner Ausprägung manchmal erschaudern lässt. Dies soll nun keine Schelte sein oder gar Bürgerinnen und Bürger davon abhalten, ihre persönlichen Bedenken, Sorgen und Ängste zum Ausdruck zu bringen. Im Gegenteil! Gesellschaftliche wie auch politische Debatten leben ja geradezu vom Diskurs. Sie leben aber eben auch vom gegenseitigen Respekt und vor allem der Anerkennung von Mehrheitsmeinungen sowie demokratischer Entscheidungen in politischen Gremien – sei es in den Bezirksausschüssen oder im Stadtrat. Verbale Gewalt, Beleidigungen oder gar Drohungen haben hierbei nichts zu suchen und müssen gesamtgesellschaftlich erkannt und verbannt werden.

Eine weitere Schattenseite des Jahres 2015 stellt der voranschreitende Abbau der Versorgungsinfrastruktur in unserem Ort dar. Nachdem wir bereits seit dem Jahr 2013 keine örtliche Lebensmittelversorgung mehr haben, ziehen bzw. zogen sich nun die örtlichen Banken von ihrem Engagement in unserem Stadtteil zurück. Die Sparkasse Ingolstadt schloss – übrigens elf Jahre nach der Beendigung des Schalterbetriebs – im Oktober auch noch ihre SB-Filiale an der Dreiländerstraße. Die Raiffeisenbank Gaimersheim-Buxheim gab bekannt, ihre Zweigstelle am Raiffeisenplatz zum 31. Dezember vollständig zu schließen. Eine Entwicklung, die viele Bürgerinnen und Bürger beunruhigt. Erst recht angesichts der Tatsache, dass unser Ort von stetigem Wachstum geprägt ist und in den nächsten Jahren auch sein wird. Die Herausforderung der Zukunft wird also darin liegen, wie wir es schaffen, unseren Ort für Jung und Alt attraktiv gestalten zu können. Dazu gehören auch Fragen nach einer vernünftigen Versorgungsinfrastruktur. Politisch ist dieser Punkt nur schwer zu beeinflussen. Hier können im besten Fall günstige Rahmenbedingungen geschaffen werden. Vielmehr kommt es hierbei auf engagierte und mutige Unternehmerinnen und Unternehmer an, die sich auch zur Infrastruktur im ländlichen Raum bekennen.

Irgertsheim (15)

Licht…
Glücklicherweise überwogen im Jahr 2015 die hellen Stunden – sowohl qualitativ als auch quantitativ. Zum meinen persönlichen Glücksmomenten gehört zum Beispiel der erste Tag des neuen Schuljahres im September. Mit über 20 Erstklässlerinnen und -klässlern bekommt unsere örtliche Grundschule wieder neuen Aufwind. Bedingt durch die rege Bautätigkeit innerhalb des Schulsprengels sowie den Zuzug junger Familien bin ich zuversichtlich, dass uns die Grundschule in Irgertsheim auch in Zukunft als ein wichtiger und wertvoller Lern- und Lebensort für unsere Kinder erhalten bleibt. Dasselbe gilt auch für unsere Kindertagesstätte „Auf der Höh“. In beiden Einrichtungen leisten die Pädagoginnen und Pädagogen einen unschätzbaren Dienst an unserer kommenden Generation. Daher ergeht an dieser Stelle an alle Verantwortlichen ein großer und aufrichtiger Dank!

Im unmittelbaren Zusammenhang zu unseren Bildungseinrichtungen steht die Gründung eines Fördervereins für unsere Grundschule. Es ist mir eine besondere Ehre, diesem Verein als Gründungsvorsitzender vorzustehen. Die Monate seit dessen Gründung Ende Juli mussten nun zunächst dazu genutzt werden, den Verein organisatorisch aufzustellen. Dazu gehören Notartermine oder etwa die Eintragung in das Vereinsregister am Amtsgericht. Durch eine Beilage im diesjährigen Elternbrief vor den Weihnachtsferien soll unser Förderverein nun bekannter gemacht werden. Wenn auch Sie sich für eine Mitgliedschaft interessieren, können Sie sich jederzeit an mich wenden. Die Kontaktdaten finden Sie auf dieser Internetseite.

Bei den politischen Projekten ist vor allem das Baugebiet „Am Kirchberg“ zu nennen. Im vergangenen Jahr konnte unser Stadtteil viele neue Gesichter und Familien begrüßen. Dazu kommen die zahlreichen Einheimischen, die sich in diesem Neubaugebiet ihren persönlichen Traum vom Eigenheim in ihrem Heimatstadtteil erfüllen konnten und können. Ihnen allen wünsche ich von Herzen alles Gute für Ihre Zukunft in unserem schönen Ort!

Einen entscheidenden Schritt voran kam auch die Planung zur Umgestaltung unserer Dorfmitte. Im November präsentierte die Ingolstädter Stadtbaurätin Frau Renate Preßlein-Lehle die ersten Entwürfe unseres neuen Ortskerns. Die sachliche und konstruktive Atmosphäre während des Informationsabends stimmt mich zuversichtlich, dass wir hier im kommenden Jahr ein äußerst positives Projekt für die Irgertsheimerinnen und Irgertsheimer beschließen und danach auch verwirklichen können. Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Stadtplanungsreferat und –amt sowie dem Bezirksausschuss Ingolstadt-West, der das Projekt mit Mitteln aus dem Bürgerhaushalt fördern wird.

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Zusammenfassend möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, mit denen ich im Jahr 2015 zu tun haben durfte und darf. Ich bedanke mich für die vielen ehrlichen Meinungen – sei es Lob oder auch Kritik. „Danke!“ sage ich aber auch zu allen, die zu einer positiven Grundstimmung in unserem Stadtteil beitragen. Wir können uns entweder angesichts so mancher Entwicklungen zurückziehen und resignieren oder wir versuchen gemeinschaftlich, diese zu nutzen und in mancherlei Hinsicht Neues zu wagen! Ich persönlich plädiere für den zweiten Weg und würde mich über viele motivierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter freuen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine besinnliche und gesegnete Adventszeit, die uns auf die Ankunft des Mensch gewordenen Gottes vorbereitet! Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen und Ihren Familien zudem Glück und Gesundheit!

Ihr/euer
Alexander Bayerle